Wer trägt die 5,3 Prozent Wettsteuer 2026 wirklich und wie lange noch?
Ladevorgang...
Die besten Wettanbieter ohne Steuer übernehmen die gesetzliche Wettsteuer von 5,3 % aus eigener Tasche, statt sie vom Einsatz oder Gewinn des Spielers abzuziehen. In Deutschland tun das 2026 dauerhaft nur noch vier lizenzierte Anbieter: bet365, Tipico, Winamax und Tipwin. NEO.bet und Merkur Bets beschränken die Steuerbefreiung mittlerweile auf Kombiwetten, Sportingbet fährt nur noch zeitlich begrenzte Aktionen. Was nach einem klaren Vorteil klingt, ist in Wirklichkeit eine kommerzielle Marketing-Entscheidung, die sich binnen Monaten revidieren lässt — Merkur Bets hat die volle Übernahme im April 2025 zurückgezogen. Selbst Tipico, das die Steuer seit 2012 trägt, und bet365, das seit Januar 2024 dabei ist, könnten das Modell jederzeit ändern. Wer auf Dauer mit steuerfreien Wetten rechnet, sollte wissen, dass die Zusage rechtlich nicht bindend ist und der Markt sich schneller dreht, als viele Spieler annehmen.
Was „ohne Steuer“ in der Praxis bedeutet — und was nicht
Ein Wettanbieter ohne Steuer ist keiner, bei dem die 5,3-prozentige Wettsteuer verschwindet. Sie wird trotzdem an das Finanzamt abgeführt, nur eben aus der Marge des Anbieters statt aus der Tasche des Spielers. Der Gesetzgeber verlangt die Abgabe vom Veranstalter, und wer die volle Quote auszahlt und den Einsatz unangetastet lässt, verzichtet auf einen festen Teil des eigenen Rohertrags. Das ist eine Preisentscheidung wie jeder Bonus, kein Rechtsstatus. Und Preisentscheidungen sind widerruflich.
Vom Werbeversprechen zur Zeile im Wettschein
Genau hier entstehen die Missverständnisse. „Steuerfrei wetten“ auf der Startseite meint fast nie einen dauerhaften Verzicht auf jede Weitergabe. Häufiger ist die Zusage an Bedingungen geknüpft: nur auf Kombiwetten, nur bis zu einem Einsatzlimit, nur für Neukunden, nur in einer laufenden Aktion. NEO.bet und Merkur Bets etwa beschränken die Übernahme auf Kombis, Sportingbet fährt die Befreiung nur noch als zeitlich befristete Aktion. Der Unterschied zur vollen, dauerhaften Übernahme ist im Alltag beträchtlich, im Marketingtext dagegen kaum zu erkennen.
Wer also von Anbietern ohne Wettsteuer spricht, muss zwei Fragen sauber trennen. Die eine lautet, wer die Abgabe rechnerisch trägt. Die andere, unter welchen Bedingungen er das tut. Aus der Kombination beider Antworten ergibt sich, was am Ende auf dem Wettschein steht — und was von der Zahl in der Werbung übrig bleibt, wenn der Einsatz aus einer Einzelwette auf eine Quote von 1,80 besteht statt aus einer Fünferkombi.
Eine Zusage mit kurzer Halbwertszeit
Die Chronik der vergangenen Jahre liest sich wie ein Beleg dafür, wie beweglich diese Zusage ist. Tipico übernimmt die Wettsteuer seit 2012 durchgehend, also seit ihrer Einführung. bet365 zog zum 1. Januar 2024 nach und wälzt seither die 5,3 Prozent nicht mehr auf den Spieler ab. Merkur Bets dagegen kassierte sein Steuerversprechen im April 2025 wieder ein und ging zum Modell mit Weitergabe zurück. Zwischen Ankündigung und Rücknahme lagen Monate, nicht Jahre. Damit ist der Fall exemplarisch: Steuerübernahme ist eine kommerzielle Entscheidung, die ein Anbieter jederzeit revidieren kann, sobald sich die Marge nicht mehr rechnet.
Praktisch verlässlich sind unter den in Deutschland lizenzierten Wettanbietern derzeit vier Namen: bet365, Tipico, Winamax und Tipwin. Alle vier stehen auf der GGL-Whitelist und dürfen unter deutscher Erlaubnis anbieten. Verlässlich heißt hier nicht garantiert, sondern belegt durch eine Historie. Bei Tipico dauert diese Historie seit 2012, bei bet365 seit knapp zwei Jahren. Bei Winamax und Tipwin ist die Übernahme ebenfalls Teil des Standardmodells, aber ohne die gleiche Zeittiefe. Der Rest bewegt sich in Aktionsfenstern.
Warum der Legalstatus zu diesem Thema gehört
Ein Zusatz gehört an diese Stelle, weil er im Marketing gerne verschwiegen wird. Ein Anbieter wie Leonbet, der in Deutschland gelegentlich als „steuerfrei“ beworben wird, arbeitet mit einer Lizenz des Anjouan Gaming Board über eine Gesellschaft in Belize und einen zyprischen Zahlungsagenten. Er hält keine GGL-Erlaubnis. Wer dort spielt, „spart“ die Wettsteuer nicht, weil der Anbieter sie großzügig übernimmt, sondern weil sie schlicht nicht abgeführt wird — mit allen Folgen, die sich daraus für den Spieler ergeben können. Zwischen einem lizenzierten Anbieter, der auf die Weitergabe verzichtet, und einem unlizenzierten, der außerhalb der deutschen Aufsicht operiert, liegt kein gradueller, sondern ein grundsätzlicher Unterschied.
Was heißt „Wettanbieter ohne Steuer“ 2026 konkret und wer trägt die 5,3 Prozent dann wirklich?
Gemeint ist ein Anbieter, der die 5,3-prozentige Wettsteuer nicht an den Kunden weitergibt, sondern selbst schultert. Abgeführt wird sie in jedem Fall — als Veranstalterabgabe. Der Kunde spart also nichts am Staat, sondern profitiert davon, dass der Anbieter einen Teil seiner Marge opfert, um Einsätze und Quoten unangetastet zu lassen.
Ist ein Anbieter, der die Steuer übernimmt, dauerhaft steuerfrei oder ist das eine Aktion?
Beides kommt vor, und die Grenze ist fließend. Manche Häuser haben die Übernahme im Standardmodell verankert, andere binden sie an Kombiwetten, Neukundenzeiträume oder Aktionsfenster. Eine gesetzliche Bindung existiert nicht, weshalb selbst eine langjährige Zusage ohne Vorwarnung wieder eingezogen werden kann.
Woher die 5,3 Prozent kommen und was sie kosten
Die deutsche Wettsteuer beträgt 5,3 Prozent und wird auf jede in Deutschland vermittelte Sportwette erhoben. Steuerschuldner ist rechtlich der Wettanbieter, nicht der Kunde — nur führt genau das dazu, dass die meisten Häuser die Abgabe an den Spieler weiterreichen, weil sie bei einer Marge von wenigen Prozentpunkten sonst nicht wirtschaftlich arbeiten können. Ob dieser Weiterreichungsschritt sichtbar auf dem Wettschein steht oder still in der Quote verschwindet, ist keine Frage des Gesetzes, sondern des Geschäftsmodells. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Drei Modelle, mit denen Anbieter die Abgabe weitergeben
Auf dem deutschen Markt kursieren drei Techniken, wie die 5,3 Prozent den Weg vom Anbieter zum Kunden finden. Beim Einsatz-Abzug wird die Steuer direkt beim Platzieren fällig: Von 100 € Einsatz landen effektiv nur 94,70 € auf dem Schein, der Rest ist Steuer. Beim Bruttogewinn-Abzug bleibt der Einsatz unangetastet, dafür werden 5,3 Prozent von der Auszahlung abgezogen, sobald die Wette gewinnt. Und bei der Quotenanpassung wird die Belastung direkt in die angezeigte Quote eingerechnet — der Spieler sieht keine gesonderte Zeile, bekommt aber eine schlechtere Quote als am Referenzmarkt.
Die folgende Aufstellung rechnet dieselbe Wette — 100 € Einsatz auf Quote 2,00 — durch alle Varianten. Sie macht sichtbar, wie nah die drei Weitergabemodelle beieinander liegen und wie weit die volle Übernahme davon abweicht.
| Modell | Wo die Steuer greift | Auszahlung im Gewinnfall |
|---|---|---|
| Einsatz-Abzug | 5,3 % auf 100 € Einsatz | 189,47 € |
| Bruttogewinn-Abzug | 5,3 % auf 200 € Auszahlung | 189,40 € |
| Quotenanpassung | Quote 2,00 wird real zu rund 1,894 | 189,40 € |
| Volle Übernahme durch Anbieter | keine Weitergabe | 200,00 € |
Der Unterschied zwischen den drei Weitergabewegen liegt im Cent-Bereich. Der Unterschied zu einem Haus, das die Abgabe komplett schluckt, liegt bei über zehn Euro pro erfolgreiche 100-Euro-Wette. Das klingt nach wenig, summiert sich aber schnell.
Was die Steuer über eine Saison wirklich kostet
Wer im Jahr 5.000 € Wetteinsatz bewegt — kein Vielspieler, sondern ein solider Freizeittipper mit etwa hundert Wetten zu 50 € — verliert bei einem Anbieter mit Weitergabe rund 250 € an Rendite gegenüber einem Konkurrenten mit voller Übernahme. Diese Zahl ist keine Prognose auf einzelne Ergebnisse, sondern der reine Steueranteil, der aus dem Umsatz herausgekratzt wird, bevor überhaupt jemand über Trefferquote und Value spricht.
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1
Die Nominalquote 2,00 wird mit dem Faktor 1 minus 0,053 multipliziert. Das Ergebnis ist die effektive Quote, mit der der Spieler bei Bruttogewinn-Abzug tatsächlich rechnet: 1,894.
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Der Quotenverlust beträgt damit 0,106 Punkte pro Wette bei Quote 2,00. Bei einer Quote von 3,00 sind es 0,159, bei einer Quote von 1,50 rund 0,080 Punkte. Die Belastung wächst absolut mit der Quote.
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3
Auf 5.000 € Jahresvolumen fallen 5,3 Prozent Steueranteil an, also 265 € Bruttoabgabe. Nach realistischer Trefferquote landet die Nettobelastung des Spielers bei rund 250 €.
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4
Ein Anbieter mit voller Übernahme spart dem Spieler genau diesen Betrag, ohne dass eine einzige Quote besser sein müsste. Der Vorteil ist rein struktureller Natur und unabhängig von der Trefferquote.
Damit wird klar, warum die Debatte um die 5,3 Prozent keine Nebensächlichkeit ist. Sie entscheidet über den größten Renditehebel, den ein Wettender in Deutschland überhaupt in der Hand hat — größer als jeder Bonus, der ohnehin an Umsatzbedingungen hängt, und dauerhafter als jede Aktionsquote.
Auf welcher gesetzlichen Grundlage beruht die 5,3-Prozent-Wettsteuer eigentlich?
Die Abgabe ist eine bundesgesetzlich geregelte Sportwettensteuer in Höhe von 5,3 Prozent auf jede in Deutschland vermittelte Wette. Schuldner ist der lizenzierte Anbieter, nicht der Spieler. Der Kunde begegnet ihr nur, weil die meisten Häuser die Last kaufmännisch weiterreichen — ob und wie, entscheidet der Anbieter selbst.
Wird die Wettsteuer vom Einsatz oder vom Gewinn abgezogen und was ist besser für mich?
Beides ist am Markt üblich, und rechnerisch liegen Einsatz-Abzug und Bruttogewinn-Abzug bei identischer Quote nur wenige Cent auseinander. Der Einsatz-Abzug schmerzt bei verlorenen Wetten stärker, der Gewinn-Abzug bei gewonnenen. Wirklich besser ist keins von beiden — spürbar besser ist nur ein Anbieter, der die 5,3 Prozent komplett selbst trägt.

Acht Anbieter im Direktvergleich — wer liefert was
Wer nach den besten Wettanbietern ohne Steuer sucht, landet in 2026 bei einer überschaubaren Gruppe. Vier Namen tragen die 5,3 % dauerhaft und vollständig: bet365, Tipico, Winamax und Tipwin. Zwei weitere übernehmen die Abgabe nur auf bestimmten Wettarten — NEO.bet auf Kombiwetten ab zwei Auswahlen, Merkur Bets seit April 2025 nur noch auf Kombi- und Bet-Builder-Scheinen. Sportingbet fährt das Modell inzwischen als taktische Aktionsware. Leonbet steht ohne GGL-Lizenz außerhalb des deutschen Regulativs und führt in Deutschland gar keine Wettsteuer ab.
Zwei Kennzahlen entscheiden dabei, ob ein nominal identisches Bonusversprechen tatsächlich vergleichbaren Wert hat. Bei bet365 muss der 100-€-Wett-Credit einmal auf Mindestquote 1,20 umgesetzt werden und zahlt nur den Netto-Gewinn aus, was den Erwartungswert auf rund 44 € drückt. Bei Winamax reicht die Ersteinzahlung einmalig auf Quote 1,05, weshalb der 100-€-Freebet grob 90 % seines Nominalwerts erreicht. Die folgende Tabelle bündelt Lizenz, Auszahlungstempo, Bonusrahmen und Steuermodell auf einen Blick.
| Anbieter | Lizenz | Mindesteinzahlung | Auszahlungsdauer | Bonus | Steuermodell | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| bet365 | GGL + UKGC | 5 € | E-Wallets bis 2 h, SEPA 1–3 Werktage | 100 € Wett-Credits, 1x auf Quote 1,20 | volle Übernahme seit 3.1.2024 | UEFA-Champions-League-Sponsor, breitestes Live-Streaming |
| Tipico | GGL (Malta) | 5 € | PayPal 24 h, SEPA 1–3 Werktage | 100 € Match, 5x auf Quote 2,00 | volle Übernahme durchgehend seit 2012 | größtes Wettshop-Netz DE, steuerfrei nur online |
| Winamax | GGL + ANJ + DGOJ | 10 € | PayPal 24 h, SEPA 1–3 Werktage | 100 € Freebets, 1x auf Quote 1,05 | volle Übernahme seit Markteintritt 2021 | kostenloses Live-Streaming inkl. Grand Slams |
| Tipwin | GGL (Malta) | 10 € | PayPal 24 h, SEPA 1–3 Werktage | 100 € Match, 7x auf Quote 1,80 | volle Übernahme online | Bayer-04-Sponsor, DBB-Partnerschaft |
| NEO.bet | GGL (Dortmund) | 10 € | PayPal 24 h, SEPA 1–3 Werktage | 200 € + 25 € Freebet, 5x auf Quote 1,80 | nur Kombiwetten ab zwei Auswahlen | originär deutscher Anbieter, App-getrieben |
| Merkur Bets | GGL (Merkur Group) | 10 € | PayPal 24 h, SEPA 1–3 Werktage | 100 € Match, 6x auf Quote 2,00 | nur Kombi und Bet Builder seit 4/2025 | Präzedenzfall Rückzug aus voller Übernahme |
| Sportingbet | GGL (Entain) | 10 € | PayPal 24 h, SEPA 1–3 Werktage | 100 € Match, 5x auf Quote 2,00 | nur Aktionen, Bruttogewinn-Abzug regulär | Konzernschwester von bwin und Ladbrokes |
| Leonbet | Anjouan (kein GGL) | 10 € | Krypto 0–1 h, Karte 1–3 Werktage | bis 20 × 15 € Gratiswetten auf Quote 1,80 | keine DE-Wettsteuer-Abführung | Grauzone, kein LUGAS und kein OASIS |
Zwei Muster fallen auf. Die Bonusnominale liegen fast alle bei 100 €, doch der wirkliche Wert hängt am Rollover-Multiplikator und an der geforderten Mindestquote — die Spanne reicht von 1x auf Quote 1,05 bei Winamax bis 7x auf Quote 1,80 bei Tipwin. Und die Steuerbefreiung ist nur in vier Fällen dauerhaft; in zwei Fällen produktabhängig, in zwei Fällen entweder Aktionsware oder rechtlich außerhalb des deutschen Rahmens.
1. bet365
Hinter bet365 steht Hillside (Sports) ENC mit Sitz in Gibraltar, Konzernmutter ist die von Denise Coates gegründete bet365 Group Ltd. in Stoke-on-Trent. Die GGL-Erlaubnis läuft über das Regierungspräsidium Darmstadt und wurde zum 1.1.2024 erneuert. Kurz darauf, am 3.1.2024, folgte die vollständige Übernahme der 5,3 % Wettsteuer. Mit 5 € Mindesteinzahlung, PayPal-Auszahlung binnen 24 Stunden und einer Marge von unter 4 % auf Bundesliga-1×2 ist bet365 im GGL-Segment quotentechnisch führend — die Steuerbefreiung addiert effektiv weitere 5,3 Prozentpunkte auf den Auszahlungsschlüssel.
Der Willkommensbonus wirkt schlank: einmaliges Umsetzen auf Mindestquote 1,20. Die Zahl täuscht. Wett-Credits sind kein Bargeld, sondern werden erst dann greifbar, wenn ein Wettschein aufgeht — ausgezahlt wird nur der Netto-Gewinn, nicht der eingesetzte Credit selbst. So schrumpft der Nominalwert von 100 € auf einen Erwartungswert um 44 €. Dazu greift wie bei jedem GGL-Anbieter das LUGAS-Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat, und der Kundendienst arbeitet nur über Live-Chat und E-Mail. Dass die Steuerübernahme eine kommerzielle Entscheidung ist, die theoretisch von einem Tag auf den anderen rückabgewickelt werden kann, gehört zur ehrlichen Bilanz dazu.
2. Tipico
Tipico Group Ltd. sitzt formal in Malta, operativ steuert das Unternehmen aus Karlsruhe. Seit 2016 hält CVC Capital Partners die Mehrheit, die deutsche Sportwetten-Erlaubnis stammt aus einem Bescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt von 2020 und wurde mehrfach verlängert. Der entscheidende Punkt: Tipico übernimmt die Wettsteuer durchgehend seit ihrer Einführung 2012 — nicht als Aktion, sondern als Dauerposition der Preisgestaltung. Kein anderer Anbieter im DE-Markt kann diese Kontinuität vorweisen, und das bundesweite Wettshop-Netz ist ohnehin ein Alleinstellungsmerkmal.
Die Kehrseite steht im Kleingedruckten. Die Wettsteuer-Übernahme gilt nur online. Wer im Wettshop einen Schein abgibt, zahlt die 5 % regulär. Der Willkommensbonus ist mit fünffachem Umsatz auf Mindestquote 2,00 deutlich strenger kalibriert als bei bet365: 100 € Bonus bedeuten 500 € Umsatz auf mindestens fair bewerteten Quoten. Die Marge auf Bundesliga-1×2 liegt bei rund 4,5 bis 5 %, das Live-Streaming ist schmaler bestückt als bei bet365 oder Winamax, und die Foren tragen seit Jahren wiederkehrende Klagen über Kontosperren nach abweichenden Wettmustern zusammen.
3. Winamax
Winamax SAS in Paris ging 1999 als Videospiel-Publisher an den Start und wechselte 2007 in die Sportwetten. Die deutsche Erlaubnis trägt die Nummer RPDA – Dez. III 34-37 c 38.01/38-2020/8, dazu bestehen Lizenzen der ANJ in Frankreich und der DGOJ in Spanien. Seit dem DE-Markteintritt 2021 wird die Wettsteuer vollständig übernommen. Das Alleinstellungsmerkmal ist Winamax TV: kostenloses Live-Streaming inklusive Ligue 1, NBA, NFL und aller vier Tennis-Grand-Slams — Reichweiten, die im GGL-Segment sonst nur bet365 abdeckt.
Die Bonusbedingung ist die schlankste am deutschen Markt. Ersteinzahlung einmal auf Mindestquote 1,05 umsetzen, dann werden bis zu 100 € in Freebets freigeschaltet — der Erwartungswert kommt an rund 90 % des Nominalbetrags heran, was in dieser Nische selten ist. Nur: Der Kundendienst läuft ausschließlich schriftlich, ein Live-Chat fehlt. Auszahlungen sind auf Banküberweisung und Skrill beschränkt, der PayPal-Vorteil auf der Einzahlungsseite wird beim Retour nicht eingelöst. In eSports und Nischensportarten ist die Marktbreite spürbar dünner als bei bet365.
4. Tipwin
Die Tipwin Limited firmiert in Ta‘ Xbiex auf Malta, existiert seit 2011 und ist im deutschen Fußball sichtbar präsent — als Ärmelsponsor von Bayer 04 Leverkusen und als Partner des Deutschen Basketball-Bundes. Die GGL-Whitelist trägt Tipwin durchgehend seit 2020, die Wettsteuer wird online komplett übernommen. Mindesteinzahlung 10 €, PayPal-Auszahlung binnen 24 Stunden, Marge auf Bundesliga-1×2 bei etwa 5 bis 6 % — durch die Steuerübernahme sinkt der effektive Quotenschlüssel auf rund 100 %, was den leichten Nachteil bei den nominalen Quoten weitgehend kompensiert.
Die Umsatzbedingung ist der Wermutstropfen. Siebenfacher Rollover auf Mindestquote 1,80 verwandelt einen 100-€-Bonus in eine Umsatzverpflichtung von 700 € auf klaren Underdog-Quoten. Auch hier gilt das Online-Only-Prinzip: In physischen Tipwin-Shops fallen die 5,3 % Wettsteuer regulär an. Es gibt kein integriertes Live-Streaming, keinen flächendeckenden Bet Builder, und die native iOS-App ist über den App Store nicht immer zugänglich — auf iPhones läuft Tipwin verlässlich nur über den mobilen Browser. Bestandskunden-Aktionen sind gemessen an bet365 und Winamax dünn gesät.
5. NEO.bet
NEO.bet GmbH aus Dortmund ist einer der wenigen originär deutschen Wettanbieter im GGL-Register, gegründet 2018. Die Kombiwetten-Steuerübernahme greift ab zwei Auswahlen — ohne Mindestquote-Klausel und ohne Deckelung nach oben. Damit werden Favoriten-Kombis, bei denen die kumulierte Quote knapp über 1,50 landet, überproportional wertvoll: Genau in diesem Segment frisst die Wettsteuer sonst einen signifikanten Anteil des mageren Aufschlags. Der Willkommensbonus liegt bei 200 % bis 100 € plus 25 € Freebet nach App-Download, umzusetzen mit 5x auf Mindestquote 1,80.
Die Grenze ist klar gezogen. Einzelwetten sind steuerpflichtig, die 5,3 % werden regulär abgezogen. Wer keine Kombis spielt, hat bei NEO.bet keinen Steuervorteil. Ein Live-Streaming fehlt vollständig, der Live-Chat arbeitet in Teilen nur zu Geschäftszeiten, und Bestandskunden-Aktionen bleiben hinter den internationalen Konkurrenten zurück. Für den DE-Kombitipper mit Bundesliga- und Champions-League-Schwerpunkt ist die Struktur trotzdem eine ehrliche Nische — der Steuervorteil ist kein Marketing-Etikett, sondern operativ im Wettschein hinterlegt.
6. Merkur Bets
Merkur Bets gehört zur Merkur Group (vormals Gauselmann), Zentrale Espelkamp, Betreiber die Cashpoint Malta Ltd. beziehungsweise die deutsche Betreibergesellschaft. Paul Gauselmann zog sich im Oktober 2024 aus dem Vorstand zurück, Vorstandssprecher ist seither Lars Felderhoff. Bemerkenswerter als jede Personalie ist die Steuerchronologie: Von Mai 2024 bis März 2025 übernahm Merkur Bets die volle Wettsteuer, seit April 2025 nur noch auf Kombiwetten und Bet-Builder-Scheinen. Der Rückzug binnen elf Monaten ist der zentrale Warnfall der Branche.
Was übrig bleibt, ist trotzdem verwertbar. Dauerhaft steuerfreie Bet-Builder-Wetten sind unter GGL-Anbietern selten, und wer regelmäßig Multi-Selektionen auf ein einzelnes Spiel bastelt, findet hier einen realen Preisvorteil. Der Bonus von 100 € mit sechsfachem Umsatz auf Mindestquote 2,00 ist ordentlich, aber nicht führend. Die Marge auf Bundesliga-1×2 liegt im soliden GGL-Standard von 5 bis 6 %, ein Live-Streaming fehlt, und die kommunikative Bühne wird stark vom Slot-Geschäft der Merkur Group überlagert. Wer einzeln tippt, bezahlt seit April 2025 wieder die volle Steuer.
7. Sportingbet
Sportingbet ist eine der ältesten Marken im Sportwetten-Markt, seit 1997 global aktiv, mittlerweile Teil von Entain plc in London, dem Nachfolgekonzern von GVC Holdings. Die deutsche Erlaubnis läuft über die ElectraWorks Ltd. in Gibraltar. Konzerntechnisch sitzen bwin, Ladbrokes und Coral in der gleichen Familie, was sich in der Plattform-Infrastruktur widerspiegelt. Der Willkommensbonus liegt bei 100 % bis 100 € mit fünffachem Umsatz auf Mindestquote 2,00 und einer Frist von 90 Tagen. So weit, so Standard.
Bei der Steuerfrage ist Sportingbet inzwischen ein Aktionsanbieter. Die Wettsteuer wird regulär über den Bruttogewinn abgezogen; nur in zeitlich befristeten Aktionen — häufig auf Kombiwetten oder rund um Sonderevents — fällt sie temporär weg. Das muss vor jedem Klick geprüft werden, wer sich hier auf dauerhafte Steuerersparnis verlässt, verrechnet sich. Als taktisches Zweitkonto für gezielte Aktionsphasen ist Sportingbet einsetzbar, als primärer Anbieter ohne Steuer im engeren Sinne nicht mehr.
8. Leonbet
Leonbet operiert ohne GGL-Lizenz. Betreiber ist die Jade Reef Ventures Corp. mit Sitz in Belize (Registrierung Nr. 42967), reguliert durch das Anjouan Gaming Board (Lizenz ALSI-202410001-FI1), Zahlungsagent ist die Covimal Limited auf Zypern. Weil die deutsche Wettsteuer über den GGL-Rahmen läuft, führt Leonbet keine 5,3 % ans deutsche Finanzamt ab. Rein rechnerisch macht der Anbieter zusätzlich Boden gut: Die Marge auf 1×2 der Top-5-Fußballligen wird in mehreren unabhängigen Reviews bei 2 bis 2,5 % verortet — außerhalb des GGL-Segments ein anderer Preisrahmen. Krypto-Auszahlungen laufen binnen einer Stunde durch, Live-Wetten auf über 1.500 Partien täglich sind verfügbar.
Der Preis dafür ist die Grauzone. Die Nutzung aus Deutschland fällt unter § 4 Abs. 1 GlüStV 2021, und die Frage, ob der Spieler die Wettsteuer selbst beim Finanzamt anmelden muss, ist praktisch unklar bei erkennbarem Prozessrisiko. Es gibt keinen LUGAS-Abgleich, keinen OASIS-Sperreintrag — was von außen wie Freiheit klingt, bedeutet den Wegfall genau der Schutzmechanismen, die im DE-Regulativ Problemwetten früh abfangen sollen. Vereinzelte Trustpilot-Berichte dokumentieren Kontosperren nach Gewinnserien mit Rückzahlung ausschließlich des Einzahlungsbetrags. Ein Bet Builder fehlt, der deutsche Support arbeitet nur schriftlich, und wer hier gewinnt, trägt ein Zahlungs- und Regulierungsrisiko, das kein Quotenvorteil ausgleicht.
Welche in Deutschland lizenzierten Wettanbieter übernehmen 2026 wirklich die volle Wettsteuer?
Dauerhaft und über sämtliche Wettarten tragen aktuell vier GGL-lizenzierte Anbieter die 5,3 % aus eigener Tasche: bet365, Tipico, Winamax und Tipwin. NEO.bet befreit ausschließlich Kombiwetten ab zwei Auswahlen, Merkur Bets seit April 2025 nur noch Kombi- und Bet-Builder-Scheine, und Sportingbet gewährt Steuerfreiheit lediglich in befristeten Aktionsphasen ohne Anspruch auf Dauerhaftigkeit.

Steuerfreie Wetten legal nutzen — und wo die Grauzone anfängt
Wer die 5,3 % dauerhaft vermeiden will, denkt schnell daran, die Wettsteuer zu umgehen, indem er zu einem Anbieter außerhalb der GGL-Whitelist wechselt. Rechtlich ist der Schritt weniger elegant, als er klingt. Nach dem Glücksspielstaatsvertrag darf in Deutschland nur werben und Wetten annehmen, wer eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis führt. Ein Anbieter wie Leonbet, der über eine Lizenz der Anjouan Gaming Board arbeitet, bewegt sich aus Sicht des deutschen Regulators im Graumarkt. Der Spieler macht sich damit nicht automatisch strafbar, verliert aber den Schutz, den die GGL-Aufsicht mitbringt: Einzahlungslimit, OASIS-Sperrsystem, Beschwerdeweg über das Regierungspräsidium Darmstadt.
Hinzu kommt die steuerliche Seite. Die 5,3 % sind eine Steuer auf den Wetteinsatz, die der Anbieter beim Finanzamt abführt. Führt er sie nicht ab, weil er in Deutschland gar nicht steuerlich registriert ist, wandert die Pflicht nicht einfach ins Nichts. In der Praxis besteht ein Steuerschuldverhältnis, das den Spieler treffen kann, wenn der Anbieter außerhalb der deutschen Zuständigkeit sitzt. Aus einem vermeintlichen Rabatt von 5,3 % wird dann eine Nachzahlung mit Zinsen — plus die Frage, wie man sie deklariert, ohne unangenehm aufzufallen.
Wettsteuer in Europa — der Satz sagt wenig, das Modell fast alles
Der deutsche Satz von 5,3 % auf den Einsatz wirkt hoch, solange man ihn isoliert betrachtet. Im Nachbarland Österreich liegt die Wettgebühr bei 2 % des Einsatzes und damit klar niedriger. Frankreich dagegen erhebt über das PRG-Modell einen Prélèvement, der auf den Spielertrag des Anbieters bis in den Bereich von 55 % greifen kann. Italien setzt die IPT bei 20 % an, gerechnet auf den Bruttogewinn des Wettanbieters. Wer nur die Prozentzahl vergleicht, liest die Belastung falsch. Entscheidend ist, wovon der Satz genommen wird und wie der Anbieter ihn im Quotenschlüssel unterbringt.
| Land | Steuersatz | Bemessungsgrundlage | Weitergabe an Spieler |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 5,3 % | Wetteinsatz | Einsatz- oder Bruttogewinn-Abzug, bei vier Anbietern volle Übernahme |
| Österreich | 2 % | Wetteinsatz | typisch über Quotenschlüssel, keine offene Position |
| Frankreich | bis 55 % (PRG) | Spielertrag des Anbieters | vollständig im Quotenschlüssel, oft niedrigere Quoten |
| Italien | 20 % (IPT) | Bruttogewinn des Anbieters | Marge im Quotenschlüssel, keine sichtbare Zeile im Wettschein |
Die Tabelle zeigt eine Pointe, die man leicht übersieht. Ein deutscher Anbieter, der die 5,3 % offenlegt und sie vom Einsatz abzieht, macht die Belastung sichtbar — und angreifbar. Ein französischer Anbieter mit rechnerisch weit höherer Abgabenlast versteckt sie im Quotenschlüssel, wo sie als ganz normale Marge erscheint. Der Wettende in Paris zahlt tendenziell mehr Steuer pro Euro Einsatz als der in München, merkt es aber nicht, weil ihm nie eine Zeile „Wettsteuer“ begegnet. Deshalb ist ein niedrigerer Satz nicht automatisch das bessere Geschäft für den Kunden.
Wo die Grauzone anfängt
Anbieter ohne GGL-Erlaubnis werben gern damit, die Wettsteuer schlicht nicht zu erheben. Das stimmt oberflächlich. Sie erheben sie nicht, weil sie sie nicht schulden — im Verhältnis zum deutschen Fiskus existieren sie gar nicht. Wer dort wettet, sitzt genau in der Lücke, die der Glücksspielstaatsvertrag schließen sollte. Fällt ein Gewinn an und wandert später auf ein deutsches Bankkonto, kann die Herkunft im Rahmen einer Prüfung erklärt werden müssen. Der scheinbar unauffällige Betrag wird plötzlich sehr auffällig.
Ist es legal, gezielt zu Anbietern zu wechseln, die die Wettsteuer nicht weitergeben?
Ja, sofern der Anbieter eine GGL-Erlaubnis führt und die Steuer selbst trägt. bet365, Tipico, Winamax und Tipwin tun das dauerhaft. Der Spieler wettet legal, der Anbieter zahlt die 5,3 % aus eigener Marge. Kritisch wird es erst, wenn „ohne Steuer“ bedeutet, dass niemand sie abführt.
Was passiert, wenn ich bei einem ausländischen Anbieter ohne deutsche Lizenz wette — muss ich die Steuer selbst abführen?
Möglicherweise ja. Führt der Anbieter die 5,3 % nicht ab, weil er außerhalb der deutschen Zuständigkeit sitzt, kann das Steuerschuldverhältnis auf den Wettenden übergehen. Zusätzlich fehlen OASIS-Anbindung und Limits. Der scheinbare Vorteil wird schnell zur Belastung, wenn eine Prüfung die Zahlungsströme freilegt.
Wettgewinne, Finanzamt und die Frage der Absetzbarkeit
Wer regelmäßig setzt, stößt irgendwann auf die Frage, ob das Finanzamt beim Wettgewinn mitkassiert und wo die 5,3 % Wettsteuer landen. Das Stichwort dazu lautet Sportwetten-Berufsspieler-Steuer, und die Antwort hängt an einer klaren Schwelle. Solange die Wette private Freizeitbeschäftigung bleibt, ist sie einkommensteuerlich neutral: Der Gewinn zählt nicht als Einkunft, der Einsatz nicht als Ausgabe, die Wettsteuer nicht als Werbungskosten. Für den Privatspieler ist die einzige tatsächlich anfallende Abgabe die 5,3 % — je nachdem, ob und wie der Anbieter sie weitergibt. Das Konto wächst oder schrumpft, das Finanzamt schaut weg.
Berufsspieler nach dem BFH — wann die Freizeit endet
Diese Grenze hat der Bundesfinanzhof mit dem Urteil V R 51/17 gezogen. Drei Merkmale müssen zusammenkommen: Regelmäßigkeit der Wettaktivität, eine erkennbare Gewinnerzielungsabsicht und besondere Kenntnisse, die über das Wissen des Durchschnittstippers hinausgehen. Einzeln bleibt jedes Kriterium harmlos. Zusammen kippt der Status. Wer täglich Value Betting betreibt, eine Bankroll-Strategie führt, Quotenvergleiche systematisch auswertet und einen relevanten Teil des Lebensunterhalts aus dem Wettschein zieht, ist steuerlich kein Freizeitspieler mehr, sondern gewerblich tätig — mit allen Folgen, die das für Umsatz- und Einkommensteuer nach sich zieht.
Was Absetzbarkeit im Ernstfall bedeutet
Der Ernstfall dreht das Steuerbild komplett. Als gewerblicher Spieler versteuert man Gewinne, kann im Gegenzug aber Einsätze und die 5,3 % Wettsteuer als Betriebsausgabe geltend machen. Genau hier verpufft der werbewirksame Vorteil eines Anbieters ohne Steuer. Übernimmt der Wettanbieter die 5,3 %, fällt beim Spieler kein Aufwand an, den er absetzen könnte — der Vorteil steckt bereits in der ausgezahlten Quote. Reicht der Anbieter die Steuer dagegen weiter, entsteht ein Betriebsausgabenposten, der die Einkommensteuerlast senkt. Rechnerisch pendeln sich beide Modelle für den Berufsspieler ein. Der Privatspieler bewegt sich in einer völlig anderen Rechnung.
Nachweise, Zahlungsströme, Selbstanzeige
Praktisch heißt Berufsspieler-Status: Aufzeichnungspflicht. Wettscheine, Kontoauszüge, Ein- und Auszahlungen bei jedem genutzten Wettanbieter müssen dokumentiert und einer Betriebsprüfung offengelegt werden können. Das verzahnt sich mit der Frage nach Anbietern außerhalb der GGL-Whitelist: Wer dort setzt, produziert Zahlungsströme, die sich ohne Mühe rekonstruieren lassen. Fehlt in dieser Konstellation die Wettsteueranmeldung oder die Umsatzsteuer, ist der Weg zur Selbstanzeige kurz und teuer. Die 5,3 % gespart und ein Steuerstrafverfahren eingehandelt — das ist die Rechnung, die nicht aufgeht.
Muss ich Wettgewinne in Deutschland versteuern oder sind sie einkommensteuerfrei?
Für den Privatspieler sind Wettgewinne einkommensteuerlich nicht relevant, weil Glücksspielgewinne keiner der einkommensteuerlichen Einkunftsarten zugeordnet werden. Die einzige tatsächlich anfallende Abgabe ist die 5,3 % Wettsteuer, die je nach Anbieter dieser selbst trägt oder vom Einsatz beziehungsweise Gewinn abgezogen wird. Erst der Übergang zum gewerblichen Spieler ändert diese Ausgangslage grundlegend.
Ab wann gelte ich als „Berufsspieler“ und was ändert sich dann steuerlich?
Der Berufsspieler-Status greift, sobald Regelmäßigkeit, Gewinnerzielungsabsicht und besondere Sachkenntnis kumulativ vorliegen — ein einzelnes Merkmal genügt nicht. Ab diesem Punkt werden Wettgewinne einkommensteuerpflichtig, Einsätze und die 5,3 % Wettsteuer verwandeln sich in Betriebsausgaben, und zusätzlich entstehen umsatzsteuerliche Pflichten sowie strenge Aufzeichnungs- und Nachweispflichten gegenüber dem Finanzamt.

PayPal, Bitcoin und andere Zahlungswege bei steuerfreien Anbietern
Wer diese Spuren zum Finanzamt zieht, denkt beim Wettanbieter ohne Steuer PayPal schnell mit. Der Bezahldienst hinterlässt jede Einzahlung und jede Auszahlung namentlich, mit Datum und Betrag, auf einem Girokonto, das ohnehin dem Kontenabruf unterliegt. Ob PayPal beim jeweiligen Anbieter überhaupt verfügbar ist, entscheidet keine Steuerregel, sondern das kommerzielle Verhältnis zwischen Betreiber und Zahlungsdienstleister. Diese Freischaltung wechselt im Zeitverlauf, wird ohne öffentliche Vorankündigung angepasst und ist bei jedem Anbieter direkt einzusehen. Eine feste Rangliste dazu würde am nächsten Werktag veralten.
Bitcoin steht auf einer anderen Ebene. Die Suche nach einem Wettanbieter ohne Steuer Bitcoin führt zwangsläufig außerhalb der deutschen Lizenzierung, denn Kryptowährungen sind kein Teil des GGL-regulierten Zahlungsökosystems für Sportwetten. Ein Bitcoin-Angebot ist deshalb weniger ein technisches Merkmal als ein Signal über den regulatorischen Status des Anbieters. Leonbet, der einzige Grey-Market-Anbieter der Reihe, wickelt Ein- und Auszahlungen bereits über den Agenten Covimal Limited in Zypern ab, nicht über den Betreiber selbst. Für den Spieler bedeutet das: keine deutsche Aufsicht, keine übernommene Wettsteuer, kein Steuerabzug an der Quelle. Deklarationspflichten landen dann vollständig beim Kontoinhaber.
Bei Apple Pay verhält es sich unspektakulärer, als das Schlagwort vermuten lässt. Technisch legt sich die Wallet über eine hinterlegte Karte oder ein Bankkonto und ändert am eigentlichen Zahlungsweg wenig — der Betrag läuft am Ende über die Kartenschiene oder über SEPA. Steuerlich macht das gar keinen Unterschied: Die 5,3 % werden dort einbehalten oder übernommen, wo die Wette gebucht wird, nicht dort, wo das Geld herkommt. Die Zahlungsart ist neutral. Sparen lässt sich die Wettsteuer allein über den Anbieter, nicht über die Bezahlmethode.
Ein Detail, das in Werbetexten regelmäßig unter den Tisch fällt: Einzahlung und Auszahlung sind bei manchen Anbietern zwei getrennte Ebenen. PayPal kann für die Einzahlung freigeschaltet sein und bei der Auszahlung fehlen, an einen Mindestbetrag geknüpft sein oder nur denselben Betrag wieder herausgeben, der zuvor eingezahlt wurde. Vor der Kontoeröffnung lohnt der Blick in die Zahlungsübersicht des Anbieters, und zwar in beide Richtungen, nicht nur in die für die Einzahlung beworbene.
Welche Wettanbieter ohne Steuer bieten PayPal für Einzahlung und Auszahlung an?
Eine belastbare, dauerhafte Liste gibt es nicht. PayPal ist ausschließlich bei in Deutschland lizenzierten Anbietern überhaupt möglich, die Freischaltung wechselt kurzfristig und wird ohne Vorankündigung angepasst. Wer auf PayPal in beide Richtungen angewiesen ist, prüft die aktuelle Zahlungsübersicht direkt auf der Seite des jeweiligen Anbieters, nicht in Vergleichsartikeln.
Kombiwetten, Surebets und wo sich die Steuerersparnis rechnet
Fußball wetten ohne Steuer ist bei einer Einzelwette eine reine Rechenaufgabe: 5,3 % weniger Marge fließen an den Staat oder eben nicht. Interessant wird es bei zusammengesetzten Tickets. Bei mehreren Auswahlen multipliziert sich der Effekt, und genau hier setzen Anbieter wie NEO.bet und Merkur Bets an, die ihre Steuerübernahme auf Kombiwetten beschränken. Ein Kombi aus drei Auswahlen à Quote 2,00 bringt bei voller Übernahme 800 € auf 100 € Einsatz, bei Bruttogewinn-Abzug nur 762,90 €. Rund 37 € Differenz pro Ticket.
Kombiwetten ab zwei Auswahlen sind bei NEO.bet und Merkur Bets steuerfrei, Einzelwetten dagegen nicht. Wirtschaftlich ist das ein Anreiz zum Risiko: Wer die Steuer sparen will, addiert ein zweites Spiel und halbiert seine Trefferchance beinahe. Zwei Auswahlen mit je 60 % Trefferquote ergeben zusammen 36 %. Die 5,3 % Ersparnis wiegen den Sprung selten auf. Genau darauf zielt das Modell.
Bei Surebets — der Absicherung eines Marktes über zwei oder drei Anbieter — wird die Steuer zum Bruchtor. Ohne Steuer öffnet eine Surebet, sobald die Summe der Kehrwerte aller Quoten kleiner als 1,00 ist. Mit weitergegebener Steuer sinkt diese Schwelle. Wird die 5,3 % vom Auszahlungsbetrag abgezogen, muss Σ(1/Kᵢ) unter 0,947 liegen, damit am Ende ein Plus steht. Das klingt nach einer kleinen Verschiebung. In der Praxis verschwindet damit der Großteil aller Konstellationen, die ein Surebet-Rechner ausspuckt.
Wer Live-Wetten ohne Steuer sucht, findet die Bedingung nur bei den vier Häusern mit voller Übernahme: bet365, Tipico, Winamax und Tipwin. Kombiniert man zwei dieser Anbieter, bleibt die Break-even-Marke bei 1,00. Sobald ein Schenkel bei Sportingbet, Leonbet oder einem Haus mit Weitergabe liegt, fällt die Marke für diesen Schenkel auf 0,947, und der rechnerische Vorteil verschiebt sich zum Buchmacher. Ein Rechner mit expliziter Wettsteuer-Zeile ist damit kein Komfort, sondern Voraussetzung für belastbare Zahlen.
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Kombiwette bei NEO.bet, zwei Auswahlen mit Quote 1,80 und 2,10. Gesamtquote 3,78, Einsatz 100 €, Auszahlung im Gewinnfall 378 €. Die Steuer trägt der Anbieter, der Nettogewinn liegt bei 278 €.
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Zum Vergleich derselbe Kombi bei Weitergabe der 5,3 % auf den Nettogewinn: 278 € minus 14,73 € Steuer ergibt 263,27 € Nettogewinn oder 363,27 € Auszahlung. Die Steuerersparnis pro Ticket beträgt exakt 14,73 €.
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Trefferwahrscheinlichkeit realistisch angesetzt: die Quoten 1,80 und 2,10 entsprechen roh etwa 55 % und 47 %. Multipliziert ergibt das eine Gewinnchance von rund 26 %. Rein rechnerisch verliert das Ticket in knapp drei von vier Fällen.
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Faustregel: Die Steuerersparnis eines Kombis liegt bei etwa 5,3 % der Nettoauszahlung. Sinkt die Trefferwahrscheinlichkeit durch die zusätzliche Auswahl stärker als um diese 5,3 Prozentpunkte, ist der Wechsel von Einzel- auf Kombiwette rechnerisch ein Verlustgeschäft.
Wann lohnt sich eine Surebet trotz Wettsteuer und welche Kombination von Anbietern brauche ich dafür?
Rentabel wird die Absicherung nur, wenn beide Schenkel bei einem Anbieter mit voller Steuerübernahme laufen. Zwei Konten bei bet365, Tipico, Winamax oder Tipwin halten die Break-even-Marke bei Σ(1/Kᵢ) unter 1,00. Sobald ein Haus mit Weitergabe beteiligt ist, sinkt die Schwelle auf 0,947 und die meisten Angebote fallen weg.

Was von der Steuerbefreiung bleibt — und was keine Quote ausgleicht
Vier Namen tragen die volle Steuerübernahme im deutschen Markt: bet365, Tipico, Winamax und Tipwin. Der Rest der GGL-Whitelist reicht die 5,3 Prozent in irgendeiner Form an den Kunden weiter, sei es pauschal, nur auf Einzelwetten oder in wechselnden Aktionen. Dieser Vorteil ist real und bei einem Jahresvolumen von 5.000 € rund 250 € wert. Er ist aber kein Naturgesetz, sondern eine Zeile im Marketingbudget. Merkur Bets hat im April 2025 vorgeführt, wie schnell so eine Zeile gestrichen wird.
Der zweite Punkt ergibt sich direkt daraus. Wer die Steuerersparnis systematisch nutzen will — bei Surebets, bei häufigen Kombis, bei hohen Einzeleinsätzen — hängt an genau vier Anbietern. Fällt einer davon zurück in ein Weitergabemodell, verschiebt sich die Break-even-Marke von 1,00 auf 0,947, und ganze Wettportfolios werden über Nacht unrentabel. Diese Abhängigkeit ist der Preis der Ersparnis. Zwei Konten bei zwei verschiedenen Häusern mit voller Übernahme sind kein Luxus, sondern die Mindestabsicherung gegen eine Kursänderung, die niemand ankündigt.
Die Steuer ist zudem nur eine Größe von mehreren. Die Marge in den Quoten, die Höhe der Mindestquote bei einer Freebet, die Auszahlungsdauer, die Limits bei Livewetten — jede dieser Stellschrauben kann 5,3 Prozent auffressen oder verdoppeln. Eine Freebet mit nominalen 100 € und Mindestquote 1,20 bringt effektiv rund 44 €. Der Steuerbonus daneben wirkt plötzlich klein. Ein Anbieter mit Steuerübernahme, aber schlechterem Quotenschlüssel liegt schnell hinter einem Haus mit Weitergabe und knapper Marge. Die 5,3 Prozent sind eine Rechengröße, keine Rangordnung.
Bleibt der Punkt, den keine Quote ausgleicht. Steuerfrei heißt nicht risikofrei, und ein Wettschein bei einem der vier Häuser ist derselbe Wettschein wie überall sonst. Die deutsche Lizenz bringt Einzahlungslimits, Aktivitätsprotokolle und die Sperrdatei OASIS mit. Das ist die Kehrseite der Aufsicht, und sie schützt genau dann, wenn die Steuerersparnis zum Argument wird, mehr zu setzen als geplant. Wer 250 € im Jahr spart und dafür 2.500 € mehr umsetzt, hat kein Geschäft gemacht.
Grauer Markt schließlich ist kein Ausweg, sondern ein Tausch. Ein Haus wie Leonbet, lizenziert über Anjouan, kennt die deutsche Wettsteuer nicht — und ebenso wenig die deutsche Aufsicht, die deutsche Auszahlungspflicht und die deutsche Sperrdatei. Der ersparte Steuerabzug steht gegen ein Zahlungsrisiko, das im Streitfall vor keinem hiesigen Gericht landet. Diese Rechnung geht in Zahlen manchmal auf. In allem, was danach kommt, selten.